SCHMERZEN im
OBERBAUCH
chronische Schmerzen im
Oberbauch
Als Oberbauch wird der Ba uch oberhalb des Nabels bezeichnet.
Schmerzen im Oberbauch, auch chronische, gehen i.d.R. von
Organen aus, die im Oberbauch lokalisiert sind, also Leber (nur Kapsel),
Gallenwege, M agen, unterer Speiseröhrenanteil, Pankreas (=
Bauchspeicheldrüse), Milz und im Oberbauch gelegene Darmabschnitte.
Im Sinne eines Übertragungsschmerzes können Schmerzen im Oberbauch aber
auch durch akute Erkrankungen des Herzens (z.B. Herzinfarkt) hervorgerufen
werden.
Akute (= plötzlich einsetzende) Schmerzen im Oberbauch bedürfen der sofortigen fachärztlichen Abklärung und Behandlung (Chirurgie, Innere Medizin).
Chronische (= länger als 3 Monate anhaltende) Schmerzen im Oberbauch gehen überwiegend von der Bauchspeicheldrüse und dem Mage n aus.
Schmerzen im Oberbauch
infolge einer
Affektion (= Störung / Erkrankung) der
Bauchspeicheldrüse liegt meist eine chronische Pankreatitis zugrunde.
Dabei kommt es zu dumpfen, zum Teil aber auch schneidenden Schmerzen im Oberbauch,
die zunächst gelegentlich auftreten und durch Essen oder Alkohol ausgelöst
werden können. Die Schmerzen können bis in den Rüc ken
ausstrahlen (meist
zwischen die Schulterblätter). Später dauern die Schmerzen über Tage oder
sogar Wochen an. Es gibt auch schmerzlose Formen (ca 6 Prozent der Fälle).
In den westlichen Ländern ist die häufigste Ursache ein
Alkoholmissbrauch.
Seltenere Ursachen sind: Arterienverkalkung, Missbildungen,
Gallenwegserkrankungen, Störungen im Hormon- und Fettstoffwechsel oder
Verstopfung des Pankreasganges. Häufig bleibt die Ursache aber auch unbekannt.
Schmerzen im Oberbauch
infolge einer
Affektion (= Störung / Erkrankung) des Magens sind
meist auf eine chronische Gastrit is zurückzuführen. Dabei handelt es sich
um eine chronische Entzünd ung
der Magenschleimhaut.
Häufige Ursachen sind:
Befall der Magenschleimhaut mit dem Bakterium Helicobacter pylori (85 % der Fälle).
Medikamente wie Analgetika (= Schmerzmittel), insbesondere Rheumamittel, Kortison.
übermäßiger Alkohol- und/oder Nikotingenuß
Autoimmunerkrankung: Das Immunsystem bildet Abwehrstoffe (Antikörper) gegen Magenschleimhautzellen.
Seltenere Gastritisformen sind:
granulomatöse (= mit knötchenartigen Veränderungen einhergehende) Gastrit is (Auftreten bei Mor bus C rohn,
Sarkoidose (= eine Krankheit, die mit zahlreicher Knötchenbildung einhergeht),
Tuberkulose),
eosinophile Gastrit is (z.B. im Rahmen einer eosinophilen Gastroenteritis (= gleichzeitige Schleimhautentzündung des Magens und des Dünndarms)).
Neben Schmerzen im Oberbauch treten bei der chronischen Gastrit is uncharakteristische Oberbauchbeschwerden wie Blähungen, Aufstoßen oder Völlegefühl nach den Mahlzeiten auf.
In diesem Zusammenhang ist auch die sog. Dyspeps ie
zu nennen. Dieser Begriff ist eine zusammenfassende Bezeichnung für chronische Oberbauchbeschwerden unterschiedlicher
Genese (= Entstehung, Entwicklung), z.B. bei Gastrit is (chronische) (=
Ma genschleimhautentzündung), Motilitätsstörungen
(= Störungen im Bewegungsablauf von Mag en und Dar m), Refluxösophagitis
(= En tzündung
der Speiseröhrenschleimhaut durch Einwirkung
von aufsteigendem Mag en- oder Zwölffingerdarm-Saft), Ulcera ventriculi et duodeni
(= Mag en-, Zwölffingerdarm-Geschwür), peptischer Stenose
(= magensaftbedingte Enge), Sklerodermie (=
chronisch verlaufende Krankheiten mit bindegewebiger Verhärtung)
oder Achalasie (= Funktionsstörung infolge fehlender Erschlaffung der glatten
Mag en- und Dar m-Mus kulatur).
Diese Schmerzen im Oberbauch (chronische) gehen i.d.R. mit Völlegefühl, Übelkeit, Sodbrennen
usw. einher.
Auch die Darmerkrankungen Morbus Crohn und Kolitis ulcerosa können zu Schmerzen im Oberbauch (chronische) führen, relativ selten treten diese aber isoliert auf, meist sind auch noch andere Bauchabschnitte betroffen.
Ansonsten kommt als Ursache für chronische Schmerzen im Oberbauch auch eine Cholezystitis infrage. Dabei handelt es sich um eine En tzündung der Gallenblasenwand, die zumeist durch Gallenblasensteine ausgelöst wird (akute Cholezystitis). Andere seltenere Ursachen können große Ba uchoperationen, Infektionen und Unfälle, die mit begleitender Gallenblasenentzündung einhergehen, sein. Kommt es häufiger zu einer derartigen En tzündung, kann diese chronisch werden, eine sogenannte chronische Cholezystitis. Frauen erkranken häufiger als Männer.
Schließlich wäre noch anzuführen, daß auch Tumore zu anhaltenden Schmerzen im Oberbauch führen können.
Nicht selten verbleiben trotz einer kausalen (= auf die Ursache gerichteten) fachärztlichen Behandlung weiterhin Schmerzen im Oberbauch, so daß dann schmerztherapeutische Behandlungsmethoden gefragt sind. Oft sind diese bei verschiedenen Grundkrankheiten die gleichen, da sie sich nach den Schmerzen und ihrer Ausdehnung und nicht mehr vorrangig nach der Ursache richten. Länger bestehende, chronische Schmerzen im Oberbauch erfordern praktisch immer eine Kombination von verschiedenen Therapieverfahren, die i.d.R. nur in spezialisierte Zentren (Schmerzklinik) angeboten werden können. Bei chronischen Schmerzen im Oberbauch sind dies:
Information über die Erkrankung
Medikamentöse Behandlung (u.a. Analgetika, evtl. auch Spasmolytika (= Mittel gegen Krampfzustände), schmerzlindernde Psychopharmaka, auch als Infusionen, individuell ausgetestet)
Therapeutische Lokalanästhesie (= Behandlung mit einem örtlichen Betäubungsmittel) in Form von Infiltrationen und Nervenblockaden, evtl. rückenmarknahe Blockaden, auch kontinuierlich mit Katheter
Evtl. TENS-Therapie (schmerzlindernde elektrische Ströme, die von einem kleinen tragbaren Gerät abgegeben werden)
Psychologische Therapieverfahren (bes. Entspannungsverfahren und Schmerzbewältigungstraining)
Diätetische Maßnahmen entspr. der Ursache
Die einfachste diesbezügliche Methode ist eine wiederholte Triggerpunktbehandlung mit einem örtlichen Betäubungsmittel. Dabei werden schmerzhafte Reizpunkte in der entsprechenden Head Zone (= eine über das zugehörige Rückenmarksegment laufende Querverbindung zu dem zugeordneten inneren Organ) am Oberbauch infiltriert.
Eine sehr hilfreiche und effektive Therapiemethode ist die
kontinuierliche
epidurale
(= rückenmarknahe)
Blockade mit Katheter.
Neben der
erwünschten Unterbrechung der Schmerzreizleitung ist ein weiterer nicht zu
unterschätzender Vorteil, daß bei dieser Therapie, sozusagen als Nebeneffekt,
auch der Grenzstrang (= paarige Nervenstränge des
unwillkürlichen Nervensystems neben der Wir belsäule)
mit
einbezogen
wird, so daß es gleichzeitig zu einer erheblichen Durchblutungssteigerung
kommt, die jeder entzündlichen Schmerzursache (z.B. Gastrit is,
Pankreatitis)
fast schon kausal (= auf die
Ursache gerichtet) entgegenwirkt.
Auch bei Verwachsungen ist
die sympathikolytische
(= gefässerweiternde und damit
durchblutungssteigernde) Nebenwirkung hilfreich, indem die
entstandenen, bradytrophen (= mit vermindertem Stoffwechsel
einhergehenden)
Gewebsbereiche besser durchblutet werden und es
dadurch zu einer Optimierung der gestörten Mikrozirkulation kommt.
Wirkung und Ausmaß einer lumbalen (=
den Lendenbereich betreffenden) epiduralen Blockade kann
individuell mittels Lokalanästhetikamenge (=
Betäubungsmittelmenge)
und -konzentration so gesteuert werden, daß
die Schmerzreize aus dem gesamten Ba uchraum bei weitgehend erhaltener Motorik
(= Muskelkraft) blockiert werden. Der Erhalt der Motorik hat den
Vorteil, daß die Patienten sich unter dieser Therapie weiter frei bewegen
können.
Bei der sog. kontinuierlichen epiduralen Blockade
(=
Betäubung)
mit Katheter wird ein dünner Kunststoffschlauch vom
Rüc ken
her dicht an das Rückenmark eingepflanzt. Die Einpflanzung erfolgt
durch eine spezielle Kanüle hindurch, es muß also nicht
"aufgeschnitten" werden. In der Folge wird über diesen Katheter
mehrmals täglich, jeweils nach Abklingen der vorangegangenen Dosis, das
örtliche Betäubungsmittel völlig schmerzlos nachgespritzt. In bestimmten
Fällen kann zur Verabreichung des örtlichen Betäubungsmittels durch den
Katheter hindurch auch eine kleine Pumpe angeschlossen werden. Bei technischer
Beherrschung, adäquater Lokalanästhetika-Dosierung und Beachtung der
hygienischen Belange kann das Behandlungsrisiko bei Schmerzen im Oberbauch (chronische) als vertretbar eingestuft
werden.
Bei krebsbedingten Schmerzen im Oberbauch kann diese Blockademethode auch angewendet werden, allerdings wird man auf das örtliche Betäubungsmittel verzichten, da in diesem Falle eine gefässerweiternde Wirkung unerwünscht ist, weil diese eine weitere Streuung der Krebszellen begünstigt. Mit einer Morphin-Lösung läßt sich ebenfalls eine gute, schmerzstillende Wirkung erzielen.
Wenn chronische Schmerzen im Oberbauch längerfristig bestehen, so ist davon auszugehen, daß bereits ein Chronifizierungsgrad II oder III (Mainzer Stadieneinteilung) vorliegt. In diesen Fällen ist eine rein somatische (= körperliche) Behandlung kaum mehr ausreichend, sondern es müssen zusätzlich psychologisch /psychotherapeutische Interventionen erfolgen.
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Unterarm, Schmerzen im Oberkiefer, Schmerzen im Rücken,
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in der Schulter,
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